Kunterbuntes, Reisen

Post aus Paris III: „Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ (G.G. Márquez)

Unglaublich, aber wahr: Mein letzter Tag in Paris in angebrochen. Die Bedenken des ersten Tages, dass ich des alleine unterwegs Seiens vielleicht überdrüssig werde, wurden vom Pariser Wind verweht. Statt dessen kam mir so manche Erkenntnis:

  1. Einen Städtetrip alleine zu unternehmen, hat etwas von einer Schweigemeditation :-).
  2. Es ist doch so, wie ich immer gesagt habe: „Ich habe einen ausgezeichneten Orientierungssinn!“
  3. Auch wenn man zweiter Name Karla Katastrophsky ist, kann ich gut auf mich und meine Sachen aufpassen (Gut, ich bin noch einen Tag hier, aber ich bin zuversichtlich….).
  4. Essen in Gesellschaft macht mir mehr Spaß.
  5. Mein Englisch klingt amerikanisch – HBO lässt grüßen :-).
  6. Auch ich bekommen von Flohmärkten mal genug, wer hätte das gedacht?!
  7. Fotografieren macht mir großen Spaß, vorausgesetzt das „Werkzeug“ gibt was her. An dieser Stelle: Liebe Dani, vielen Dank für deine Leihgabe!
  8. Auch ich kann Schwierigkeiten beim nächtlichen Einschlafen haben, diese haben mich nämlich ebenso begleitet.
  9. Ich bin stolz auf mich, dass ich meine sieben Zwetschken zusammengepackt habe und diese Reise unternommen habe. Denn frau kann neue Ufer nur erreichen, wenn frau auch den den Mut hat, die alten zu verlassen, und das gilt für die Zeit vor und nach dieser Reise :-).

Die letzten Tage sind irrsinnig schnell vergangen, dennoch sehe ich meine nahende Abreise mit zwei lachenden Augen: Das eine freut sich auf zu Hause – vor allem auf den lieben Mann – und das andere Auge lacht, weil der Rücken weint und dringend Ruhe braucht :-). So gesehen ist es gut, wenn es heute abschiednehmen heißt. Doch davor erzähl ich noch rasch, was ich gestern erlebt habe, denn dieser Tag hatte was von einer wilden Vintage-Kultur-Schnitzeljagd.

Gleich in der Früh, das gehörte in Paris zu meiner täglichen Routine, stand ein Flohmarktbesuch an, diesmal ging es dafür nach Montreuil. Für alle WienkennerInnen: Montreuil ist das Brigittenau von Paris ;-). Mir war’s egal und ich kam mit einem herzigen Blumerlkleid wieder retour. Dieses hat mein Vintagefieber erneut entfacht und so ging’s auch an diesem Tage ins wunderschöne Marais. Eine Lederhandtasche, einen Rock und eine Tweedjacke später, besann ich mich auf andere Pariser Qualitäten und besuchte das Apartment Victor Hugo’s und schaute auf einen Sprung in Notre Dame vorbei. Macht euch selbst ein Bild, von „meiner lieben Frau“ (Anm. Notre-Dame de Paris heißt übersetzt ‚Unsere [liebe] Frau von Paris‘).

Gleich ums Eck der Notre Dame befindet sich die Pont de l’Archevêché. Diese ist auch als sogenannte „Liebesbrücke“ bekannt, wobei ich sie ‚Schlösserbrücke‘ genannt habe :-). Wieso? Na, weil alle ihre Schlösser dran hängen und die Schlüssel in die Seine werfen. Und alle sind, wie sollte es in Paris anders sein, natürlich Liebespaare. Nun, da ich allein unterwegs bin, war die Entscheidung welche Farbe mein Schloss bekommen soll, einfach und zugegeben, ein wenig seltsam war die Situation für mich, aber mein Schloss ist für mich ein Symbol dafür, dass ich nach Paris gefahren bin, eben ganz alleine und das erforderte durchaus Mut und ich bin stolz, dass ich diesen zusammengenommen habe (siehe Erkenntnis Nr. 9 😉 ).

Dem allen nicht genug, schaute ich dann noch in der berühmte Buchhandlung ‚Shakespeare and Company‚. George Whitman hat mit dieser 1951 nicht nur eine Buchhandlung am linken Seine-Ufer eröffnet, sondern auch einen Wohn- und Zufluchtsort für brotlose Schriftsteller und Reisende. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle und für jene unter euch, die besonders interessiert sind, gibt es hier einen netten Artikel.  Zum Abschluss ging’s dann noch zu Sorbonne und dann schleppte ich mich und meinen müden Körper nach Hause ;-).

Jetzt darf mein letzter Paristag kommen: Ich freu‘ mich!
Eure Julena

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2 thoughts on “Post aus Paris III: „Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war.“ (G.G. Márquez)”

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