Zero Waste

Zero Waste – Hürden

Seit knapp zwei Monaten beschäftige ich mich mit dem Thema Zero Waste und muss unumwunden zugeben: Schon lange nicht mehr, hat mich ein neues Thema so gefesselt.
Es fühlt sich gut an, einmal pro Woche frische Lebensmittel am Markt einzukaufen und meinem Mann dabei zuzusehen, wie er sich für diesen Weg ausstattet: mit Stoffsackerln und Tuppergeschirrln. Es taugt mir, dass die Fläschchen, Döschen und Tiegelchen im Badezimmer immer weniger werden und dass ich unsere Wäsche mit einem simplen Seifengemisch wasche. Und ich habe eine kindliche Freude daran, mir zu überlegen, wie ich Wimperntusche, Abwaschschwammerl und andere Artikel des täglichen Lebens durch Zero Waste Alternativen ersetzen kann.

Die Sache mit dem „der Müll eines Jahres hat in einem Glas Platz“ nehme ich den meisten aber einfach nicht ab und entdecke dahinter eine Doppelbödigkeit, die mir gar nicht gefällt. Der Inhalt dieser Gläser wirkt auf mich kuratiert. Oder wie kann es sein, dass ich auf die Frage, ob man Kontaktlinsenmittel auch plastikfrei bekommt, die Antwort erhalte, dass nicht mal der Ehemann von Bea Johnson eine Alternative dafür verwendet. Hat er dann doch seine eigenen Gläser?

Es ist also so, dass es neben der Freude, auch ganz viel Ernüchterung gibt – wie immer, wenn ich mit Subkulturen oder ähnlichem in Berührung komme.
Und das ist für mich die größte Hürde: Dran zu bleiben, obwohl ich den Kopf schütteln muss, wenn ich auf Fotos von Frauen stoße, die ihre Haare mit Roggenmehl gewaschen haben, und – ganz in der Manier ihres vorherigen Lebens als Mode und Lifestyle Bloggerin – sich in Szene setzen: „Öko sein, kann auch so aussehen!“.
Dran bleiben, auch wenn ich mich hinter Zynismus verstecken muss, wenn ich im Netz über Bilder stolpere, die zeigen, wie Hirse aus der Plastikverpackung in ein Glas umgeschüttet wird, damit es im Vorratsschrank voll Zero Waste ist.

Trotzdem dran bleiben.

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4 thoughts on “Zero Waste – Hürden”

  1. Oh wie gut ich dich verstehe. Auch ich beschäftige mich mit dem Thema Zero Waste und frage mich ähnliche Dinge, finde es aber gut, dass Leute wie wir anfangen daran zu arbeiten 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Danke für diesen Artikel! Diese Müll im Glas – Geschichte hat mich auch immer genervt, da ich es für unrealistisch halte. Ich beschäftige mich seid anfang Januar verstärkt mit dem Thema, da es ein Neujahrsvorsatz von mir ist, meinen Müll zu reduzieren. Tragetaschen nutze ich schon länger. Jetzt gehe ich noch in den Unverpackt Laden, zum Markt und verzichte einfach auf viele Dinge oder mache mir einen Ersatz dafür selbst. Das interessante dabei ist, dass ich damit meine Müllbeutelentsorgungsfrequenz nur mühsam von 2 -3 mal pro Woche auf 1 -2 mal pro Woche verringern konnte. Ok, mein nächtstes Projekt, der Bokashi-Eimer, wird die Situation noch einmal verbessern, wenn der ganze Biomüll aus dem Müllbeutel kommt. Und ich esse viel Gemüse, da fällt einiges an Abfällen an. Aber ich werde weiterhin Kontaktlinsen verwenden, Medikamente nehmen… auch Natron, Zitronensäure… sind irgentwie verpackt und deswegen wird mein Müll nie in ein Glas passen!

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