Weniger ist mehr. Vorsätze für 2017.

Weniger Konsum.
Weniger Besitz.
Weniger Müll.

Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der Einkaufen für mich eine Art Freizeitbeschäftigung war. Ich fand das sogar gut. Nach Jahren vermeintlicher „Konsum-Entbehrung“ – vulgo Studienzeit – hatte ich nach einer kurzen Zeit im Job mehr Geld als jemals zuvor. Nicht, dass es so viel gewesen wäre, aber es hat gereicht, dass ein irrwitziger Prozess in Gang gekommen ist. Auf einmal war ich auch so eine, die 60 Stunden arbeitet, und anderen amüsiert erzählt, dass ein harter Arbeitstag besser auszuhalten ist, wenn man am Nachmittag einen Sprung in den Vintage-Laden um die Ecke macht. Und gar nicht merkt, wie traurig das ist.

Konsum hat für mich einen wahnhaft religiösen Charakter. Die Prediger verheißen Zufriedenheit, Glück und Liebe. Die Gläubigen opfern Geld, Zeit, Energie und Platz. Und wir  konsumieren, als ob es kein Morgen gäbe.
Ich will da nicht mehr mitmachen und werde 2017 versuchen, mich vor jedem Kauf zu fragen, ob ich das Produkt tatsächlich brauche, hinterfragen wie es produziert wurde und ob es mir schaden kann. Ich werde Plastikverpackungen vermeiden und unser Haus von Dingen, die wir nicht brauchen befreien. Ich werde mich befreien.
2017 du darfst kommen – ich freue mich!

Der Mann im [roten] Haus macht sich Gedanken.

Infoblasen, politische Patientengespräche und ein Killerargument.

Der Mann im [roten] Haus macht sich Gedanken.

So viele Postings zum Hofer. Alle liken und teilen und kommentieren und prophezeien. Was er alles gesagt hat, wofür er steht, was er getan hat, was er alles tun wird können. Sorry, aber das ist alles

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Happy Frauentag!

Frauen, die nichts fordern werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.
Simone de Beauvoir

Wir feiern heute, am 8. März, den internationalen Frauen(kampf)tag und ich sage allen Frauen und auch Männern:
Wir sind noch nicht angekommen!Feminismus, Frauentag

Vorsatz 2016: Einsetzen für das gute Leben.

Wahrhaftigkeit und Politik wohnen selten unter einem Dach.

Dieses Zitat wird sowohl Marie Antoinette als auch Stefan Zweig in den Mund gelegt. Und es scheint so, als würden sich die Zeiten niemals ändern. Das tun sie aber – schon immer. Wie die junge, österreichische Partei ‚derWandel‘ aber in ihrem Manifest so treffend beschreibt: „Der Wohlstand hat uns gemütlich und unpolitisch werden lassen.“

Damit muss Schluss sein, denn wir haben viel zu tun und ich empfehle jedem und jeder das ‚Manifest zum Wandel – Demokratische Moderne‘ zu lesen.

logo_derwandel_small_250Hier geht’s zum Manifest in pdf-Form und zum Online-Blättern. Hier kann man es downloaden und hier gibt’s auch noch ein kleines – und wie ich finde sehr gelungenes – Video.

Klickst du dich ins Manifest, erwarte dir keine konkreten Handlungsanleitungen. Es geht ums Wachrütteln, Sensibilisieren, Mobilisieren.  Und der soziokratisch organisierte Wandel lädt auch aktiv dazu ein, mitzumachen – inhaltlich, organisatorisch oder in den Bereichen Grafik und IT. Wie, erfährst du hier.

Kernaussagen der ‚Demokratischen Moderne‘
  • Globalisierung anerkennen und lernen damit umzugehen.
  • Wunsch nach einem radikal anderem Zugang zu Bildung, damit wir zumindest eine Chance haben, die Komplexität der uns umgebenden Dinge zu erfassen.
  • Stützung öffentlicher Medienformate.
  • Technologien für uns nutzbar machen und nicht gegen uns verwenden zu lassen.
  • Sich nicht einreden lassen, dass das ja alles nichts bringt, denn „alles, was uns daran hindert, heute damit anzufangen, die ersten Schritte zu gehen, ist unsere – von der heutigen Politik geschürte – Angst. Zudem glauben viele, dass ohne perfekte Analysen und Pläne keine Veränderung möglich ist. Doch wir wären heute nicht da, wo wir sind, hätten nicht schon viele Generationen vor uns das Gegenteil bewiesen.“
  • „Das perfekte System gibt es nicht. Deshalb ist Wandel auch keine Antwort, sondern ein Weg.“

Ich selbst wurde durch das Manifest mobilisiert und habe mir vorgenommen die Ideen des Wandels proaktiv gegenüber meinen Mitmenschen anzusprechen und über die politischen Ansätze zu schreiben.

Ich will den Wandel in ihrem Ziel, mehr Öffentlichkeit zu erlangen, unterstützen. Denn wir dürfen nicht daran verzweifeln, dass die Weltgeschehnisse komplex und schwierig zu verstehen und verworren sind.
Ich will mutig in die Zukunft schauen, Probleme benennen und mich Menschen anschließen, die Dinge ins Positive verändern wollen.
Ich will mich selbst und mein Tun wiedereinmal kapitalismuskritisch betrachten, Schlüsse ziehen und danach handeln.
Ich will neben persönlichen Gesprächen auch soziale Medien für politische Diskurse nutzen.
Ich will mich mehr als Teil unserer globalen Gesellschaft sehen und werde mich hierfür auch unbequemen Diskussionen stellen. Weil es eben nicht nur darum geht, dass es einem sebst gut geht und man „in seiner Mitte“ ist.
Ich will mich mehr für Verteilungsgerechtigkeit einsetzen und selbst mehr teilen.

2016 – du darfst kommen!

Eure Julena Roth

Der Maulwurf im Wahlkampfteam

Österreichische Politik vom Feinsten 😉

der mann im [roten] haus

Kaum rückt ein Wahltermin näher, geht es schon los, das Negativ-Campaigning. Gerade haben wir uns noch gefreut, in einer der lebenswertesten Städte der Welt zu wohnen, schon holen uns die ewigen Nörgler auf den harten Boden der Realität zurück. Aktuelle finden sich folgende Plakate im Stadtbild:

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Gefährliche Zelte für Traiskirchen

Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“ (M. Liebermann)

der mann im [roten] haus

Samstag morgen, ich surfe wieder einmal wild durchs Internet, bleibe wie so oft in letzter Zeit, bei Meldungen über Traiskirchen hängen. 4000 Menschen in einem Lager , das ursprünglich für 480 Personen gedacht ist, in einem 18.000 Einwohner Ort. Mangel an Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Betreuung. Die Verantwortung wird zwischen Bund und Ländern hin und her geschoben, Menschen fangen an, private Hilfsaktionen durchzuführen. Zustände die man in diesem Land bis vor kurzem nicht für möglich gehalten hätte, Geschichten die man nur aus Lagern in Drittweltländern kennt, jetzt direkt vor unserer Haustür. Das Erschreckende: es entsteht nicht nur der Eindruck, dass unsere Regierung komplett mit der Situation überfordert ist (mal wieder), es sieht so aus als würden aus politischem Kalkül auch ganz bewußt Hilfsangebote blockiert werden. Weil ich schon vor drei Wochen die (nicht durchgeführte) Idee hatte, im Freundeskreis alte Zelte zu sammeln und hinzubringen, fällt mir eine Meldung ganz besonders auf:
„Beim Caritas Omnibus werden keine kleinen…

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Ein Nein muss genügen!

920 Vergewaltigungsanzeigen stehen
104 Verurteilungen gegenüber (Zahlen 2013).

Nach derzeit geltendem Recht sind sexuelle Handlungen gegen den ausdrücklichen Willen einer Person nur strafbar, wenn Gewalt, Drohung oder Freiheitsentziehung angewandt wurden. Ein NEIN der Betroffenen reicht für eine Verurteilung nicht aus. Das muss sich ändern.

Die derzeit laufende Strafrechtsreform bietet die Möglichkeit dazu. Österreich hat sich verpflichtet, die Situation für
Opfer von sexualisierter Gewalt zu verbessern. Und zwar mit der Ratifizierung des „ Europaratsübereinkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ (kurz „Istanbul-Konvention“).

Unterstütze diese Forderung mit deiner Unterschrift.
Hier geht’s zur Online-Petition.  

Vergewaltigung Schwarzes Herz, Für immer Pein


Frauen in der Sprache sichtbar machen

Genau das tue ich in meinem Blog: Frauen in der Sprache sichtbar machen. Wirft frau (ja, ja, ich weiß, das geht jetzt sehr weit, aber in diesem Rahmen habe ich mich bewusst für diese Form entschieden) aber einen Blick auf den Textentwurf der ÖNORM A 1080 oder den offenen Brief zum Thema „sprachliche Gleichbehandlung“ von Liessmann und Co., zeigt sich ein gänzlich anderes Bild.

Gesellschaftspolitische Diskussionen kommen durch Andreas Gabalier ins Rollen und das Sommerloch wird dazu verwendet, die Frauen wieder einmal in ihre Schranken zu weisen. Um es in Max Liebermanns Worten zu sagen:

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Weil das aber so gar nicht konstruktiv ist und uns nicht weiterbringt, hab ich einen anderen Vorschlag:
Der Österreichische Frauenring hat gemeinsam mit namhaften Autorinnen und Juristinnen eine Petition für eine geschlechtergerechte Sprache und einen sachlichen, respektvollen Diskussionsstil gestartet und fordert alle solidarischen Personen auf, diese online zu unterschreiben.

Denn es reicht eben nicht aus, Frauen „mitzumeinen“, sie müssen explizit angesprochen und sichtbar gemacht werden.

Setzt ein Zeichen für geschlechtergerechte Sprache! Hier geht’s zur Petition und hier zu näheren Infos zu eben dieser. Aktuell haben bereits 1.460 Menschen unterschrieben (das sind schon ein bissl mehr, als die sagenumwobenen 800 😉 ).

Eure Julena